So nehmen Typ-2-Diabetiker richtig ab

Lebensstiländerung Schritt für Schritt

Die Diagnose Typ-2-Diabetes ist keine Einbahnstraße, sondern ein Aufruf, aktiv zu werden.
Lebensstilbasierte Erkrankungen wie Adipositas und daraus resultierende Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes haben weltweit mittlerweile epidemische Ausmaße angenommen.
Allein in Deutschland leben 6,5 Millionen Menschen mit einem diagnostizierten Diabetes mellitus.
Und was kaum bekannt ist: Täglich kommen 1000 Neuerkrankungen hinzu.
Zudem ist erschreckend: Die Dunkelziffer liegt bei 2 Millionen unerkannter Diabetiker.
In der Regel basieren viele Diabetes-Therapien auf medikamentösen Ansätzen.
Neuere Studien zeigen jedoch, dass für Typ-2-Diabetiker die Änderung des Lebensstils der wesentliche Schlüssel ist. Mit Hilfe einer konsequenten Gewichtsabnahme können Typ-2-Diabetiker aus eigener Kraft ihre Lebensqualität zurückgewinnen. Eine bewusste Ernährungsumstellung und ausreichend Bewegung unterstützen sie auf ihrem neuen Weg.

Es ist Zeit zum Umdenken

Typ-2-Diabetiker essen oftmals nicht zu viel, sondern das Falsche. So bleibt der Abnehmerfolg aus, auch wenn Kalorien und dadurch meistens auch wichtige Nährstoffe eingespart werden. Der entgleiste Stoffwechsel macht es dem Diabetiker noch schwerer abzunehmen.
Sich proteinreich, kohlenhydratarm und niedrig glykämisch zu ernähren, ist einer der Hauptschlüssel zum Abnehmerfolg bei Typ-2-Diabetes.

Essgewohnheiten umstellen

Es gibt ein einfaches und schnelles Prinzip, die Zusammenstellung der Mahlzeiten zu optimieren. Der Verzehr jedes Lebensmittels hat eine direkte Auswirkung auf den Blutzuckerspiegel, deshalb ist die richtige Auswahl des Lebensmittels so wichtig. Der Tipp für Diabetiker lautet deshalb, den Kohlenhydratanteil in der Mahlzeit deutlich zu reduzieren und niedrig glykämische Lebensmittel zu bevorzugen. Halten Sie den Kohlenhydratanteil gering und den sättigenden Eiweißteil in Ihrer Mahlzeit höher. Dann sind Sie auf dem richtigen Weg, um Blutzuckerschwankungen zu vermeiden. Das ist der Schlüssel für einen nachhaltigen Erfolg!

Essen nach dem Tellerprinzip

Vitaminreiche Gemüsequellen

So funktioniert’s: Zunächst die Hälfte des Tellers mit gemischtem Gemüse oder auch frischem Salat (bis zu 500 g) bedecken. Die Vielfalt der Gemüsesorten, ob gegart oder roh, ist hier ein Plus.
Neben Blattsalaten empfehlen wir für einen abwechslungsreichen Salatteller Tomaten, Gurken, Paprika, Fenchel, Staudensellerie, Karotten, Kohlrabi, frische Kräuter etc.
Als gekochtes Gemüse eignen sich zum Beispiel Blumenkohl, Broccoli, grüne Bohnen, Spinat, Weißkohl, Sauerkraut, Rotkohl, Rosenkohl und natürlich auch Karotten, Rote Bete usw.
So liefert Ihnen die Vielfalt der verschiedenen Gemüsesorten eine sehr gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen.

Sättigende Eiweißquelle

Das Eiweiß sollte ein Drittel auf dem Teller ausmachen. Als sehr gute Proteinquellen gelten dabei 150-200 g Fisch oder fettarmes Fleisch, Ei und auch Milchprodukte (vor allem Magerquark und fettarmer Käse).
Bei den pflanzlichen Eiweißlieferanten punkten vor allem Sojaprodukte und Hülsenfruchte. Kombiniert man tierische und pflanzliche Proteinquellen untereinander oder ergänzt sie mit weiteren pflanzlichen Eiweißträgern wie Pilzen, Nüssen oder Samen, erhöht man nochmals die biologische Wertigkeit der Mahlzeit.

Kohlenhydrate, in ihrer mit Ballaststoffen verpackten Form, können den kleinen Rest des Tellers füllen. Eine große Scheibe Vollkornbrot oder ein Vollkornbrötchen, 40-60 g Vollkornnudeln, Vollkornreis oder andere Vollkorngetreide (roh gewogen) zählen dazu.Meiden Sie alle kohlenhydrathaltigen Lebensmittel, die sich ungünstig auf den Blutzuckerspiegel auswirken – also sogenannte „schnelle“, ballaststoffarme Kohlenhydrate: Zucker und Süßes, Weißbrot, weiße Brötchen, Croissants, Waffeln, Kuchen, Cornflakes, Pops & Co, Softdrinks, Cola- Getränke, Limonaden, Obstsäfte, weiße Nudeln, weißer Reis, Instantreis, Maisstärke und Pommes frites.
Kleine Mengen an kohlenhydratarmen Früchten wie Beerenfrüchte (Himbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Johannisbeeren) oder auch Äpfel und Birnen könnten in die Mahlzeit mit Maß (morgens oder mittags) integriert werden.

Wie bedeutend die ausreichende Versorgung mit Omega-3-Fettsäuren für die Herz-Kreislauf-Gesundheit ist, wurde durch viele neue Studien bestätigt. Risikofaktoren wie entgleiste Blutfett- oder Blutzuckerspiegel, Blutdruck und Entzündungswerte wurden durch eine regelmäßige Aufnahme effektiv reduziert. Es zeigte sich, dass Omega-3-Fettsäuren ein wichtiger Baustein einer gesunden Ernährung sind und schützende Eigenschaften haben.

Grundsätzlich ist es sehr wichtig, dass man ungesättigte Fettsäuren zu sich nimmt. Dabei kommt es im Wesentlichen darauf an, um welche Fettsäuren es sich handelt und in welchem Mengenverhältnis sie zueinanderstehen.
Die Omega-6-Fettsäure Linolsäure und die Omega-3-Fettsäure Alpha-Linolensäure sind essenziell. Das heißt, diese Fettsäuren kann der Körper nicht selbst herstellen. Deshalb dürfen Linolsäure und Alpha-Linolensäure auf dem Speisezettel nicht fehlen und sollten unbedingt mit der Nahrung aufgenommen werden. Die wissenschaftliche Forschung hat ergeben, dass es sehr wichtig ist, in welchem Mengenverhältnis wir diese beiden Fettsäuren zu uns nehmen. Im Allgemeinen ist die Linolsäure in pflanzlichen Ölen sehr breit vertreten, sodass es im Verhältnis zur Alpha-Linolensäure zu einer recht hohen Aufnahme kommt. Schlägt das Gleichgewicht zu sehr in Richtung Linolsäure aus, kann das Entzündungsprozesse im Körper fördern.
Öle mit einem sehr guten Verhältnis von Alpha-Linolensäure zu Linolsäure sind zum Beispiel Raps-, Lein-, Walnuss- und Hanföl. Damit die Versorgung des Körpers mit den essenziellen Fettsäuren und den Omega-3-Fettsäuren gewährleistet ist, sollte man diese Öle in seinen täglichen Speiseplan mit einbauen, und zwar in ausreichender Menge.