Glykämische Last

Die glykämische Last (GL) entwickelt des Konzept des glykämischen Index’ (GI) weiter: Der GI misst, wie Nahrungsmittel auf den Blutzucker wirken: Der Blutzucker-Anstieg durch 50 Gramm Kohlenhydrate aus einem beliebigen Nahrungsmittel wird verglichen mit dem Blutzucker-Anstieg durch 50 Gramm Traubenzucker, der den höchsten GI hat: 100.

Beispiel: 50 Gramm Kohlenhydrate aus gekochten Möhren und Weißmehl-Baguette haben mit etwa 70 den gleichen GI. Um 50 Gramm Kohlenhydrate aufzunehmen, müsste man rund 700 Gramm Möhren zu sich nehmen. Aber nur gut 100 Gramm Baguette. Für den gleichen GI-Wert muss man also 7-mal so viele Möhren essen. Ist die verzehrte Menge gleich (in Gramm), lassen Möhren den Blutzucker weit weniger steigen als Baguette.

In der Theorie lassen Nahrungsmittel mit hohem GI Blutzucker- und Insulin-Spiegel schnell stark steigen und fallen und so Heißhunger entstehen. Der GI misst aber nicht die Reaktion des Blutzuckers auf ein Nahrungsmittel, sondern auf 50 Gramm der darin enthaltenen Kohlenhydrate – ungeachtet der Gesamt-Grammzahl, die man für die angenommene Blutzucker-Reaktion aufnehmen muss.

Dazu übersieht der GI – neben der Zucker-Bildung bei der Reifung, der Zubereitung, der verzehrten Menge, der Essgeschwindigkeit und der Tageszeit – die Nahrungsmittel-Vielfalt einer Mahlzeit: Einige Inhaltsstoffe senken den Blutzucker-Spiegel, andere bremsen die Aufnahme von Kohlenhydraten. Auch die Wirkung von Fett auf den Blutzucker bleibt außen vor. Die GL bezieht die Kohlenhydratdichte ein und untersucht die Blutzucker-Wirkung verschiedener Nahrungsmittel bei einer Aufnahme von je 100 Gramm. Der Blutzucker-Effekt des Baguettes ist so fast 7-mal so hoch wie der von Möhren. Nahrungsmittel mit eher niedriger GL helfen dabei, Blutzucker- und Insulin-Spiegel auf niedrigem Niveau zu halten.

Synonyme: GL
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