Säure-Basen-Haushalt

Der Säure-Basen-Haushalt (SBH) ist ein physiologischer Regelkreis, der den pH-Wert des Blutes (relativ) konstant im leicht basischen Bereich zwischen 7,35 und 7,45 hält. Liegt der Wert darunter, spricht man von Azidose (Übersäuerung), liegt er darüber von Alkalose.

Bei vielen Stoffwechsel-Vorgängen entsteht Säure: Kohlensäure beim Atmen, Aminosäuren beim Aufspalten der Nahrung, Milchsäure bei Muskelarbeit, Harnsäure beim Abbau von Eiweiß. Auch nehmen wir Säuren mit der Nahrung auf. Grundsätzlich wird der SBH über den Stoffwechsel (Ausscheidung über Darm und Niere) oder über die Atmung (CO2-Abatmung über die Lunge) reguliert. Sind die Entgiftungsorgane überfordert, werden saure Abfall-Produkte dazu über die Haut ausgeschieden.

Sind zu wenig basisch wirkende Stoffe (z. B. Magnesium) in der Nahrung enthalten und die Basen-Reserven des Körpers erschöpft, bleiben die Säuren jedoch im Körper. Sie werden dann v. a. in den kollagenen Fasern des Bindegewebes und im Fettgewebe eingelagert. Der pH-Wert des Gewebes sinkt allmählich und wird schließlich sauer. Der natürliche Säure-Basen-Haushalt wird nachhaltig gestört, die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen beeinträchtigt. Die Folgen einer chronischen Übersäuerung beeinflussen den ganzen Organismus und begünstigen diverse Erkrankungen.

Synonyme: SBH
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